Norwegen
Norwegen hat viele „Hauptstädte“ neben der offiziellen Landeshauptstadt Oslo. Stavanger ist Norwegens Energiehauptstadt, Kristiansund, die Hauptstadt des Klippfischs, Trondheim, Norwegens Technologiehauptstadt.
Überhaupt hat Norwegen einen Hang zum Großen und Außergewöhnlichen. So streiten sich Hammerfest und Honningsvåg, wer von beiden die nördlichste Stadt Europas ist. Dabei liegt Longyearbyen auf Spitzbergen noch weiter im Norden, wird aber nicht als Stadt akzeptiert, obwohl sie mit über 2000 Einwohner ähnlich groß ist wie die Konkurrentin Honningsvåg.
Wer glaubt, das Nordkap sei der nördlichste Punkt Europas, irrt gewaltig. Noch weiter im Norden auf dem europäischen Festland liegt Kinnarodden. Immerhin gilt der Felsen mit der Kugel, die jährlich Tausende von Touristen in seinen Bann zieht, als nördlichster Außenposten der Zivilisation.
Nicht weniger anspruchsvoll zeigt sich Tromsø, das „Tor zur Arktis“. Spektakulär sind die sagenumwobenen Bergformationen der Lofoten, wie auch das eiszeitliche Geröllfeld Gloppedalsura. Traumhaft schön ist der Fjord Geiranger, Norwegens Kronjuwel.
Ein Rekordhalter ist im Süden zu finden: Die traditionsreiche Hansestadt Bergen trumpft damit, die regenreichste Stadt Norwegens zu sein. Zu den schönsten Städte Norwegens dürfte Ålesund gehören. Der Blick von ihrem Hausberg Aksla auf die Jugendstilstadt ist atemberaubend.
Es scheint fast, als wäre man wie das Ende der Welt angekommen: Die Stadt Kirkenes, das „Tor zum Osten“ an der Grenze zu Finnland und Russland, die im Zweiten Weltkrieg schwerst geschunden wurde.
Der Polarkreis bildet die Grenze zwischen Polarnacht und Mitternachtssenne. Neptun persönlich tauft alle Schiffreisenden, die ihn passieren.
Stavanger – Norwegens Energiehauptstadt

Die viertgrößte Stadt Norwegens hat rund 150.000 Einwohner. Seit den 1960er Jahren ist sie das Zentrum der norwegischen Öl- und Gasindustrie und wird deshalb als Energiehauptstadt Norwegens bezeichnet. Es gibt ein Erdölmuseum, das architektonisch einer Erdölplattform nachempfunden ist und über die Entwicklung und Technik der Erdölförderung informiert.
Die Altstadt Gamle bezaubert mit ihren bunten Häusern, vielen Restaurants, Bars und Einkaufsmöglichkeiten. Der Aussichtsturm Valberget Utsiktspunkt erlaubt einen traumhaften Blick über die Umgebung.
Im alten Hafen Vågen können Kreuzfahrtschiffe und Linienschiffe anlegen. Für den privaten Bootsverkehr gibt es Norwegens größten Boot- und Yachthafen im Stadtviertel Paradis..
Das Konzerthaus des Architekten Per Christian Brynildsen wurde 2012 eröffnet. Es besteht aus einem Mehrzwecksaal, dem Flerbrukssal, der von einer Glashülle umhüllt ist, und dem Konzertsaal Fartein Valen.
Die kleine Siedlung Byrkiedal, liegt etwa eine Stunde von Stavanger entfernt. Dort treffen vier Straßen und Täler aufeinander. Mit den Gloppehallen wurde ein einzigartiges Restaurant und Eventlokal im Inneren des Berges geschaffen.






Die Landschaft der Region Stavanger besteht aus eindrucksvollen Fjorden, imposanten Bergen und weiten Stränden. Sie wird auch „Edge of Norway“ genannt.
Während des Zweiten Weltkriegs dienten Stavanger und der Flughafen Sola als deutscher Stützpunkt für die Invasion und Kriegsführung entlang der norwegischen Küste.
Gloppedalsura – eiszeitliches Geröllfeld
Vor einer Milliarde Jahren lag das Gebiet am Fuß einer gewaltigen Gebirgskette etwa 20 Kilometer unter der Erdoberfläche. Enorme Kräfte verursachten hohen Druck und Temperaturen. Gesteine verschmolzen zu Magma, das sie einer Magmakammer sammelte.
Es verfestigte sich zu neuen Gesteinsarten, unter anderem Anorthosit. Diese Gesteinsart kommt auf der Erdoberfläche selten vor. Die hellen Bereiche des Mondes sind aus diesem Gestein. Die Erdkruste erodierte, die Magmakammer kam an die Oberfläche.
Weil das Grundgestein einst glühend heißes Magma war, heißt das Gebiet Magma-Geopark. Die UNESCO ernannte ihn zu einem Global Geopark, zu denen die bedeutendsten geologischen Gebiete der Welt gehören.

Der Sage nach entstand das gigantische Geröllfeld, weil die Menschen im Tal ein gottloses Leben führten, sich ständig betranken und gewalttätig waren, vor allem an Weihnachten. Um diesem Treiben Einhalt zu gebieten, stürzte der Berg ein und begrub das Tal und die Menschen unter sich.
Unter den Steinen konnte man jedoch sieben Jahre lang einen Hahn krähen hören, der sich in ein Kornlager retten konnte.
Hansestadt Bergen

Mit jährlich rund 2.250 mm Niederschlag hält die „Stadt der sieben Hügel“ (Syvfjellsbyen) den Rekord als regenreichste Stadt. Rund 300.000 Einwohnern ist sie nach der Hauptstadt Oslo der zweitgrößte Ort des Landes.
Der Hausberg Fløyen ist zu Fuß oder bequem mit der Fløibanen zu erreichen. Dort lädt eine traumhaft schöne Landschaft zum Wandern oder Spazierengehen ein.
Die Stadt wurde im Jahr 1070 von König Olav Kyrre als Bjørgvin („Bergwiese“) gegründet. Bis 1880 war sie Norwegens wichtigster Hafen und Umschlagplatz für getrockneten Fisch. Am 16. Januar 1916 brannte ein großer Teil nieder. Im 19. Jahrhundert war sie eines der Zentren der Lepra-Seuche.
Im Jahr 1343 errichtete die Hanse eine Handelsniederlassung, die der Hansestadt Lübeck untergeordnet war. Die ehemaligen Hansekontore im Hanseviertel Bryggen (Brücke) an der Bucht Vågen sind UNESCO-Weltkulturerbe.
Die Festung Bergenhus aus dem 16./und 17. Jahrhundert war im Zweiten Weltkrieg Hauptquartier der deutschen Besatzung. Heute ist sie teilweise als Museum zugänglich. Die imposante Håkonshalle wurde von König Håkon Håkonsson im 13. Jahrhundert errichtet.






Im Zweiten Weltkrieg besetzten am 9. April 1940 deutsche Truppen die Stadt. Dem Ausbau des U-Boot-Stützpunkts folgte im Oktober 1944 ein massiver Luftangriff durch englische Flugzeuge. Am 20. April 1944 explodierte vor der Festung Bergenhus ein deutscher Munitionstransporter. 150 Menschen starben.
Geiranger – Norwegens Kronjuwel
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Geiranger war früher vorwiegend auf dem Wasserweg erreichbar. Das erste Dampfschiff erreichte den Ort im Jahr 1858. 1867 eröffnete Martinus K. Maråk das erste Wirtshaus. Ab 1869 begann der Tourismus. Die malerischen kleinen Holzhäuser dienten früher als Lagerräume. Heute werden sie als Boutiquen und andere Läden genutzt.
Am Ortsrand stürzt der gewaltige Wasserfall Storfossen herab. Eine lange Treppe mit 327 führt an ihm entlang. Am oberen Ende steht das Norwegische Fjordzentrum. Es zeigt interaktive Ausstellungen zur Geologie, Geschichte und Kultur der westnorwegischen Fjordlandschaft.




Die Sage erzählt von einem Freier, der sieben Schwestern nacheinander fragte, ob sie ihn heiraten wollten. Alle lehnten ab. Vor Kummer griff er zum Alkohol und betrank sich. Tief gekränkt verwandelte er die Schwestern in Wasserfälle. Doch der Racheakt machte ihn noch unglücklicher, sodass er sich schließlich selbst auch in einen Wasserfall verwandelte, der einer Flasche gleicht.
Entlang des Geirangerfjords stehen historische, verlassene Bauernhöfe an steilen Hängen, die nur schwer zugänglich sind. Der Fjord war früher die einzige Transportmöglichkeit. Die Südhänge boten jedoch gute Weiden für die Tierhaltung. Das Heu, das zum Verkauf bestimmt war, musste in großen Ballen zum Fjord hinuntergetragen werden.








Während des Zweiten Weltkriegs kam der Tourismus zum Erliegen. Hotels wurden beschlagnahmt oder standen leer. Um ihren Lebensunterhalt zu sichern, kehrte die Bevölkerung zur Landwirtschaft zurück.
Ålesund – Stadt des Jugendstils

In der Nacht zum 23. Januar 1904 löste eine umgefallene Petroleumlampe einen Brand aus, der die Innenstadt zerstörte. Der deutsche Kaiser Wilhelm II., ein Norwegen-Fan, sandte Schiffe, in denen die obdachlos gewordenen Einwohner unterkamen, Lebensmittel, Medikamente und Baumaterial. Die Reedereien HAPAG und Lloyd beteiligten sich an der Finanzierung. Die Stadt wurde im Jugendstil wieder aufgebaut. Bauten aus Holz wurden verboten.
Vom Hausberg Aksla hat man einen bezaubernden Blick auf die Stadt und die Sunnmøre-Alpen. Er ist über 418 Stufen vom Stadtpark Bypark aus erreichbar.
In der Svaneapotek im Stadtzentrum wurde ein Jugendstilmuseum geschaffen. Es werden Schmuck, Geschirr, Möbel und Bücher im Jugendstil ausgestellt. Ein Film informiert über den Brand und den Wiederaufbau der Stadt.
Auf dem Weg zum Molja-Leuchtturm kommt man am „Gelben Haus von Ålesund“, dem Hotel Brosundet, einem Fischermuseum und dem Kulturzentrum Teaterfabrikken vorbei.
Der schmale Meeresarm Ålesundet teilt die Stadt in die Inseln Aspøy im Westen und Nørvøy im Osten. Im Norden liegt der Hafen Vågen, an dem unter anderem die Hurtigruten anlegen.









Auf dem Berg Aksla gibt es mehrere Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Einer davon liegt auf dem Weg zum Aussichtspunkt. Im Juni 1940 erreichte die deutsche Wehrmacht die Region Sunnmøre. Mit dem „Unternehmen Weserübung“ versuchte sie eine Seeblockade zu verhindern und sich die Eisenerzvorkommen im Norden Norwegens zu sichern.
Kristiansund – Hauptstadt des Klippfischs

Ursprünglich hieß die Stadt Fosna, benannt nach dem altnordischen Fólgsn (Versteck). 1742 wurde sie nach König Christian VI. in Christianssund umbenannt und erhielt den Status einer Handelsstadt. Gehandelt wurde zunächst mit Holz, ab dem 17. Jahrhundert mit Hering und Kabeljau.
Kristiansund wird auch als „Hauptstadt des Klippfischs” bezeichnet. Zwischen 1750 und 1950 lebten viele Einwohner von Fischen, vor allem Kabeljau. Dieser wurde gesalzen und an Felsen (norwegisch: klipp) luftgetrocknet. An diese Zeit erinnert das „Klippfischweib” am Hafen.
Die Stadt erstreckt sich über drei Inseln, die durch Brücken miteinander verbunden sind. Nordlandet, Gomalandet/Kirklandet und Innlandet. Zwischen diesen verkehrt die Fähre Sundbåten.
Der Aussichtsturm Varden liegt 78 Meter über dem Meeresspiegel. Der ursprüngliche Turm aus dem Jahr 1742 war aus Holz. Anlässlich des 150. Stadtgeburtstags wurde er 1982 durch einen auffälligen Turm aus Stein ersetzt.
Von hier aus hat man einen grandiosen Panoramablick auf Kristiansund, die Fischerdörfer Grip und Smøla, die Berge von Nordmøre und den Atlantik.






Bei einem Fliegerangriff wurde die Stadt im Jahr 1940 zerstört. Die Kirkelandet-Kirche erlitt im Jahr 1941 dasselbe Schicksal. 1964 wurde sie als moderne Kirche nach Plänen von Odd Østbye wieder aufgebaut. Im Inneren befinden sich schöne Glasmalereien.
Trondheim – Norwegens Technologiehauptstadt

Der Wikingerkönig Olav I. Tryggvason gründete die Stadt im Jahr 997 unter dem Namen Niðaróss. 1905 wurde Norwegen unabhängig. 1929 erließ das Parlament ein Gesetz, das die Ersetzung dänischer Namen durch mittelalterlich-norwegische vorschrieb. So wurde aus Trondheim wieder Nidaros. Der darauf folgende Proteststurm führte dazu, dass die Stadt den Namen Trondhjem erhielt. 1931 wurde daraus Trondheim. Sie war die erste Hauptstadt Norwegens.
Die Gamle Bybro (alte Stadtbrücke) führt über den Fluss Nidelvo zum schönen Stadtteil Bakklandet, Die roten Tore nennen die Trondheimer „Tor des Glücks“.
Bakklandet bedeutet „Hügelland“. Die Gassen sind mit Kopfsteinpflaster versehen. Kleine, bunte Holzhäuser, Kneipen und Cafés verleihen dem Stadtteil einen besonderen Charme. Ursprünglich lebten hier Handwerker und Kaufleute. Die Brücke nach Trondheim wurde im Jahr 1685 eröffnet. 1861 wurde die Holzkonstruktion durch eine Steinbrücke ersetzt. Nur die Tore sind noch aus Holz.
Der Nidarosdom ist ein Nationaldenkmal. Die Kathedrale wurde auf der Grabstätte von König Olav Haraldsson errichtet, der 1030 in der Schlacht von Stiklestad fiel und heiliggesprochen wurde. Von 1818 bis 1906 diente der Dom als Krönungsstätte. In den Jahren 1328, 1432 und 1531 wurde sie durch Brände schwer beschädigt. Bei der Rekonstruktion entstanden die Kreuzrippengewölbe.








Vom Hafenterminal Brattøra kommt man zu Fuß schnell in die Innenstadt. Auf dem Weg liegt Rockheim, das nationale Museum für Musik. Es bietet eine interaktive Zeitreise durch die norwegische Musikgeschichte ab den 1950er Jahren. Die Skulptur Ørekonkylie (Ohrmuschel) stammt von den Künstlern Ole Rosén und Mari Røysamb. Sie symbolisiert die Klänge des Meeres.
Die Kunstinstallation Talerøret (Gigaphone) entwarfen Architekturstudenten der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie (NTNU) in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Brendeland & Kristoffersen entworfen und realisiert, ein Geschenk an die Stadt Trondheim. Die Fußgängerbrücke Sjøgangen am Hauptbahnhof verbindet den Hafen mit dem Stadtzentrum.








Der Fluss Nidelva entspringt im See Selbusjøen in Brøttem. Er ist ca. 30 km lang, passiert das Zentrum von Trondheim und mündet Trondheimsfjord. Bis in die 1980er Jahre waren dort Werften angesiedelt. An seinen Ufern stehen bunte Holzhäuser, die einst als Speicher genutzt wurden.
Das PoMo ist Trondheims neues Museum für moderne und zeitgenössische Kunst. Als Eintrittskarte fungieren bunte Aufkleber, die beim Verlassen des Museums auf eine Tafel geklebt werden können.
Im Mittelalter war Trondheim das religiöse Zentrum des Landes und ein Wallfahrtsort in Nordeuropa. Olav II. Haraldsson wollte das Land als christlicher König unter seiner Herrschaft einigen, wurde aber im Jahr 1030 in der Schlacht bei Stiklestad tödlich verletzt. Im darauffolgenden Jahr wurde er heiliggesprochen.
An einem Nebenarm des Nidelva, dem Vestre Kanalkai, ist ein Zentrum mit Bars, Restaurants und Cafés unterschiedlichster Couleur entstanden. Es hat sich zu einem belebten Treffpunkt entwickelt.
Trondheim wurde am 9. April 1940 von deutschen Gebirgsjägern eingenommen. Die Stadt diente anschließend als strategischer Stützpunkt für die Kriegsmarine und die Luftüberwachung. Im Jahr 1943 wurde der Soldatenfriedhof Trondheim-Havstein angelegt.
Lofoten – Berge und arktische Fjorde

Die Inselkette fasziniert mit bizarren Felsformationen, bezaubernden Stränden, Buchten und Fjorde. Die größte Stadt, Svolvær, hat gerade mal 4.700 Einwohner. Sonne, Regen, Windstille und Stürme treiben unberechenbare Wechselspiele. Auf den sieben Hauptinseln Austvågøya, Gimsøya, Vestvågøya, Flakstadøya, Moskensøya, Værøy und Røst leben etwa 25.000 Menschen, die hauptsächlich vom Fischfang leben.
Der malerische Hauklandstrand mit seinem weißen Sand, dem türkisblauen Wasser und der beeindruckenden Bergkulisse erinnert an die Karibik.
Um von Leknes zum Hauklandstrand und zum Uttakleiv Strand zu gelangen, muss man durch den ca. 900 m langen Uttakleiv Tunnel fahren. Auf der Strecke gibt es oft nur eine Fahrspur mit Ausweichstellen. Die Strände sind im Sommer beliebte Ausflugsziele. Dann hat auch der Kiosk geöffnet.
Auch im Sommer ist das Wasser eiskalt. Die Landschaft bietet mit zerklüfteten Bergen und sanften Hängen eine atemberaubend schöne Kulisse. Es gibt es kaum Siedlungen, lediglich ein paar einzelne Holzhäuser, einige Restaurants und wenige Hotels.




Leknes auf der Insel Vestvågøya hat knapp 4.000 Einwohner, einen Flughafen und einen Seehafen. Im Jahr 2002 wurde Leknes durch das Kommunalparlament von Vestvågøy der Stadtstatus verliehen. Die Stadt ist ein bedeutendes Handels- und Dienstleistungszentrum für die Region.
Kabelvåg in der Gemeinde Vågan hat etwa 1.800 Einwohner. Der Ort geht auf König Øystein Magnusson zurück, der Fischerunterkünfte auf den Lofoten errichtet hatte. Der Sakralbau Vågan Kirke wurde 1898 im neugotischen Stil gebaut. Sie hat Platz für 1200 Gottesdienstteilnehmer. Man nennt sie deshalb „Lofotenkatedrale“.








Die Raftsundet bru überführt die Europastraße 10 und verbindet verbindet die Inseln Austvågøya und Hinnøya, die größte Insel der Vesterålen.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Region am 4. März 1941 Schauplatz des ersten Sieges britischer Streitkräfte über den NS-Staat seit der Schlacht von Dünkirchen. Britische Truppen besetzten die Ortschaften Henningsvær, Brettesnes, Stamsund und Svolvær für 6 Stunden und zerstörte die kriegswichtige Glycerinindustrie, die Teil der Fischverarbeitung war.
Der Kaufmann Pietro Querini strandete 1432 auf der unbewohnten Insel Sandøya. Er und seine Besatzung wurden gefunden und nach Røst gebracht. Dort lebten sie drei Monate lang bei freundlichen und frommen Menschen. Deren Angewohnheit, in einem heißen, dampfgefüllten Raum unbekleidet zu schwitzen, schien Querini allerdings befremdlich. Dem konnte er nichts abgewinnen.
Die Sage von Helgeland
Hestmannen, einziger Sohn des mächtigen Vågakallen, ein unberechenbarer Unruhestifter, entdeckte die schöne Lekamøya auf Landego, als sie im Mondlicht badete. Von wilder Leidenschaft entflammt jagte auf seinem Pferd nach Süden.
Lekamøya rief die sieben Töchter des Königs von Sulitjelma zu Hilfe. Sie warfen ihre Mäntel über die Insel Dønna und stellten sich auf der Insel Alsta von Sandnes bis fast nach Alstadhaug in einer Reihe auf. Doch Hestmannen beachtete sie nicht und schoss einen Pfeil auf die fliehende Lekamøya.
Der König der Sømnafjellene bei Brønnøysund warf seinen Hut in die Flugbahn des Pfeils, um Lekamøya zu retten. Der Pfeil änderte seine Richtung. Der Hut fiel auf die Insel Torget nahe Brønnøysund. Lekamøya rettete sich auf die Insel Leka.
Der König von Sulitjelma hörte den Lärm der nächtlichen Jagd, stieg zum Saltstraumen hinab und sah nach dem Rechten. In diesem Moment stieg die Sonne am Horizont auf. Die Trolle erstarrten zu Stein.
Noch heute sind sie zu sehen: Lekamøya als Felsformation auf Leka, der Berg Torghatten auf der Insel Torget mit dem Loch, das der Pfeil schoss, die sieben Schwestern auf Alsta, der Berggipfel Hestmannen bei Kvarøy und der König von Sulitjelma zwischen Straumen und Beiarn. Seine Krone ragt zwischen den Børvasstindene und ist sogar von Bodø aus sichtbar. Auch die Mäntel der sieben Schwestern liegen noch auf der Insel Dønna .
Die Sage vom Malstrom
Der dänische König Fróði hatte eine Handmühle, die Gold, Glück und Erfolg herbei mahlen konnte. Zwei Riesinnen mussten sie bedienen. Um der Fron zu entkommen, ermahlten sie eine Streitmacht, die den König erschlug. Doch der Anführer nahm die beiden mit auf sein Schiff. Sie mussten Salz herbei mahlen, bis das Schiff kenterte und unterging. Noch immer mahlen sie am Meeresgrund Salz. So entstand der Mahlstrom.
Die Sage vom Hovstroll
Auf dem Berg Hoven wohnte einst der Hovstroll. Er hatte sich in die Matmora auf Austvågøya verliebt und kämpfte mit seinem Widersacher Ånsgtadkallen. Sie bewarfen sich mit Steinen, die ins Meer fielen und heute noch als kleine Inseln zu sehen sind. Zum Heiraten hatten nach dem Kampf beide keine Lust mehr.
Nördlicher Polarkreis – Grenze von Tag und Nacht
Der nördliche Polarkreis liegt auf 66° 33‘ 55‘‘ Breite – plus/minus. Im Laufe des Jahres kann er sich um einige Meter verschieben. Er verläuft rund um die Erde über Schweden, Finnland, Russland, Alaska, Kanada, Grönland und Island. Nördlich des Polarkreises geht die Sonne im Sommer nicht unter.
Am Tag der Sommersonnenwende, 21. Juni, geht die Sonne nicht unter. Es ist der Tag der Mitternachtssonne. Am Johannistag, 24. Juni, wird die Sonnenwende oft gefeiert. Auf der Südhalbkugel findet dieses Phänomen am 21. oder 22. Dezember statt.
Auf den Schiffen werden die Passagiere „getauft“, wenn der Polarkreis überquert wird. Wer mit den Hurtigruten reist, dem wird ein Kübel Eiswasser in den Nacken geschüttet. Alle bekommen eine Urkunde, ausgestellt von Neptun persönlich, dass der Polarkreis überquert wurde – auch diejenigen, die auf das Ritual verzichten.

Entlang dieser nördlichen, fiktiven Linie wurden an vielen Stellen touristische Marken errichtet, die dem Nordkap-Globus ähneln. An der norwegischen Küste steht auf der kleinen Insel Vikingen ein Polarkreis-Globus.
In Finnland durchquert der Polarkreis die Weihnachtsstadt Rovaniemi. Dort kann man den Weihnachtsmann treffen und Weihnachtspost verschicken.



Tromsø – Tor zur Arktis

Die arktische Hauptstadt liegt etwa 350 Kilometer nördlich des Polarkreises auf der Insel Tromsøya. Mit rund 80.000 Einwohnern ist sie die größte Stadt in Nordnorwegen.
Die Geschichte der Stadt reicht bis in das 13. Jahrhundert zurück. Im Jahr 1804 wurde sie Bischofssitz für Nordnorwegen. 1928 wurde ein Nordlichtobservatorium errichtet. Zu Beginn des 20 Jahrhunderts war sie Ausgangspunkt für Arktisexpeditionen und wird deshalb „Tor zur Arktis“ genannt.



Die Tromsøbrua wurde von 1957 bis 1960 erbaut und verbindet das Stadtzentrum auf der Insel Tromsøya mit dem Festland. Damals war sie die längste Spannbetonbrücke Europas.
Die Eismeerkathedrale wurde im Jahr 1965 auf dem Festland errichtet. Architekt war Jan Inge Hovig. Das Gebäude besteht aus Beton und ist mit perlgrauem Aluminium verkleidet. Die Architektur wirkt wie aufgeschichtete stilisierte Eisplatten.
Ursprünglich war die nach Osten ausgerichtete Chorseite mit einfachem Glas versehen. Die Gottesdienstbesucher wurden von der Morgensonne geblendet und trugen deshalb Sonnenbrillen. Das Fenster wurde durch ein Glasmosaik „Die Wiederkehr Jesu“ des Künstlers Viktor Sparre ersetzt.
Im Mai 1940 war Tromsø während des Zweiten Weltkriegs einige Wochen die Hauptstadt Norwegens. Oslo und südliche Regionen waren besetzt. Die Regierung musste das Land verlassen. Tromsø blieb während des Kriegs nahezu unversehrt.
Hammerfest – nördlichste Stadt der Welt

Ob Hammerfest die nördlichste Stadt der Welt ist, ist umstritten, gibt es doch Orte, die weiter im Norden liegen wie Honningsvåg, das im Jahr 1998 das Stadtrecht erhielt. Auf jeden Fall ist sie die älteste Stadt Nordnorwegens.
Bis zum 19. Jahrhundert war Hammerfest Anlaufhafen für Robben- und Walfänger. Der Polarforscher Fridtjof Nansen startete von hier aus seine Expeditionen zum Nordpol.
Die Stadt liegt nördlich des Polarkreises. Zwischen dem 19. Mai und dem 26. Juli geht die Sonne nicht unter. Vom 22. November bis zum 21. Januar geht sie nicht auf. 1891 erhielt Hammerfest als eine der ersten europäischen Städte eine elektrische Straßenbeleuchtung.
Der Osloer Architekt Hans Magnus entwarf die protestantische Kirche von Hammerfest. Als Leitmotiv wählte er das Dreieck, das die heilige Dreifaltigkeit und die traditionellen Gestelle zum Fischtrocknen symbolisiert. Das Mosaikbild hinter dem Altar besteht aus norwegischen Steinen. Die Holzschnitzereien an der Orgelempore mit Darstellungen der alten Hammerfester Kirchen schufen die Künstler Eva und Knut Arnesen.
Vom 86 Meter hohen Hausberg Salen hat man einen traumhaften Ausblick auf die Stadt, den Hafen und die Fjordlandschaft. Man erreicht ihn vom Stadtzentrum aus über den Sikksakkveien (Zickzackweg). Die Landschaft auf dem Berg ist karg und moosbewachsen. Es gibt einige Sami-Hütten, die man mieten kann, eine Koppel mit Rentieren und kleine Seen.








Vor dem Eingang der Vår Energi ASA Hammerfest stehen mehrere steinerne Tier- und Pflanzenskulpturen. Wer sie erschaffen hat, ist nicht bekannt. An der Uferstraße zum Stadtzentrum wird ein Parkplatz instandgesetzt. Wegen der Bauarbeiten ist das Parken verboten. Fahrzeuge werden auf Kosten und Verantwortung des Fahrzeughalters abgeschleppt, warnt das Schild.
Einige Meter weiter lädt eine Bank ein, dem Treiben am Ufer und auf dem Meer zuzusehen. Ein Schiff der Hurtigruten verlässt den Hafen. An der Uferpromenade steht die Skulptur eines Segelschiffes, das im Eis eingeschlossen ist. Sie wurde anlässlich des 200-jährigen Stadtjubiläums im Jahr 1989 errichtet und symbolisiert den traditionellen Fischfang unter den harten arktischen Bedingungen.
Im Zweiten Weltkrieg nutzte die deutsche Kriegsmarine Hammerfest als Versorgungshafen. Vor dem Kriegsende wurde die Stadt zwangsevakuiert und vollständig zerstört, damit die sowjetischen Truppen keine funktionierende Infrastruktur vorfinden. Nur eine Grabkapelle blieb erhalten. Etwa 25.000 Menschen entzogen sich der Evakuierung und suchten über den Winter Schutz in Höhlen.
Honningsvåg – Tor zum Nordkap

Die Stadt Honningsvåg auf der Insel Magerøya hat etwa 2.300 Einwohner. Sie war ursprünglich ein Fischerdorf, das bereits um das Jahr 1500 existierte. Vermutlich waren die ersten Siedler Samen. Die wichtigsten Einnahmequellen sind die Fischerei und der Tourismus.
Zum Nordkap sind es etwa 40 Kilometer. Vom 21. November bis zum 21. Januar herrscht die Polarnacht. Die Sonne bleibt in dieser Zeit unter dem Horizont. Nur zur Mittagszeit ist es dämmrig. Im Sommer geht die Sonne an 77 Tagen nicht unter.
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts fahren die Hurtigruten Honningsvåg an, nachdem die Route bis Kirkenes verlängert wurde. In den 1950er Jahren war die Stadt Norwegens viertgrößter Hafen.
Die Nordkapptrappa führt über 875 Stufen zum Gipfel des Storfjellet. Der Höhenunterschied beträgt etwa 240 Meter. Von oben hat man einen traumhaft schönen Ausblick. Die Erbauer waren Sherpas aus Nepal in den Jahren 2022/23.








Das Perleporten Kulturhus wurde 1950 als eines der ersten Gebäude in Honningsvåg nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut. Ursprünglich diente es als christliches Versammlungshaus. Heute ist es ein Kulturzentrum, in dem Konzerte, Festivals und Ausstellungen stattfinden. Im Untergeschoss bietet der Siøgata Pub Bier aus der Nordkapp-Nana-Brauerei an.
Der Bernhardiner Bamse war im Zweiten Weltkrieg offizielles Crew-Mitglied auf dem Minenräumer Thorodd und Symbol der Freiheit. Er trug ein Busticket am Halsband und fuhr selbstständig Bus. Er griff bei Streitigkeiten ein, rettete einen Matrosen vor einer Messerattacke und holte die Matrosen vor der Sperrstunde ab. Die Kirche von Honningsvåg hat als einziges Gebäude die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs überstanden.




Die Insel Magerøya ist im Süden durch den Nordkaptunnel mit dem Festland verbunden. Ansonsten kann man sie per Schiff oder Flug zum Flughafen Honningsvåg Airport Valan erreichen. Der Boden ist felsig und karg. Bäume sind selten. Es wachsen hauptsächlich Moose, Flechten und niedrige Büsche, die auch Nahrung für die Rentiere sind.
Das Nordkaphornet an der Ostseite des Nordkap-Plateaus ragt 146 Meter über dem Meeresspiegel empor. Für das Volk der Sámi war der markante Felsen ein historisch bedeutsamer, heiliger Ort, an dem sie ihre Götter verehrten und ihnen Opfer darbrachten. Die Insel hat ca. 3.000 Einwohner. Es gibt einige Fischerdörfer wie Kamøyvær oder Skarsvåg. Letzteres ist das nördlichste Fischerdorf der Welt.
Honningsvåg war im Zweiten Weltkrieg ein deutscher Stützpunkt. Die Stadt wurde mehrfach von der britischen und sowjetischen Luftwaffe angegriffen. Im Jahr 1944 wurde die Bevölkerung zwangsevakuiert und die Stadt niedergebrannt. Nur die Kirche und die Friedhofskapelle blieben erhalten. Die Kirche wurde nach der Zerstörung als Notunterkunft genutzt.
Nordkap – nördlichster Außenposten der Zivilisation

Das Nordkap ist der nördlichste Ort Europas, der auf dem Landweg erreicht werden kann. Bis zum Nordpol sind es noch 2.100 Kilometer. Die Landzunge Knivskjellodden liegt bei 71° 11′ 08″ nördlicher Breite und reicht mit 1.400 Metern noch weiter nördlich. Der nördlichste Punkt des europäischen Festlands ist jedoch die Felsspitze Kinnarodden auf der Halbinsel Nordkinn.
Vom 21. November bis zum 21. Januar herrscht die Polarnacht, vom 14. Mai bis zum 29. Juli die Mitternachtssonne.
Seine Namen erhielt das Nordkap von Kapitän Richard Chancellor, der 1553 eine Passage nach China suchte. Er hielt den Felsen „Knysknes“ für Festland. So kann man sich täuschen. Zu dieser Zeit beruhten die Seekarten mehr auf Schätzungen als auf exakten Messungen. Dass die Erde eine Kugel ist, war zwar schon bekannt, wurde aber kirchlicherseits noch heftig abgestritten.
Der erste Tourist soll 1664 der italienische Priester Francesco Negri gewesen sein, der die samische Kultur erkunden wollte. Der Wissenschaftler Carl Vogt begründete im Jahr 1861 die Tradition, zur Feier der Ankunft Champagner zu trinken. Hohe Häupter aus aller Welt statteten dem nördlichsten Ort Europas Besuche ab. Prinz Ludwig Philipp I. machte 1795 auf seiner Flucht vor der Französischen Revolution dort Station. Der schwedisch-norwegischen König Oskar II. war im Jahr 1873 hier zu Besuch. Der siamesische König Chulalongkorn reiste 1907 mit seinem gesamten Gefolge zum Nordkap.
Das Denkmal der Kinder der Welt wurde 1988 von sieben Kindern aus Tansania, Brasilien, Japan, Thailand, Italien, der Sowjetunion und den USA angefertigt. Die Skulpturengruppe, die eine Mutter mit ihrem Kind zeigt, schuf die Künstlerin Eva Rybakken. Das Denkmal stellt Freundschaft, Zusammenarbeit, Hoffnung und Freude über die Grenzen hinweg dar. Jedes Jahr wird hier der Barn av jorden-Preis an Menschen oder Projekte verliehen, die sich für Kinder in Not einsetzen.




Während des Zweiten Weltkriegs nutzte die deutsche Kriegsmarine die Region, um die norwegische Küste zu kontrollieren. Von hier aus flohen Norweger nach Großbritannien. Am Nordkap fanden Seeschlachten statt. Im Dezember 1943 wurde das deutsche Kriegsschiff Scharnhorst versenkt. Im Jahr 1945 fand auf Spitzbergen der letzte Kapitulationsakt statt.
Kirkenes – Tor zum Osten

Nach Finnland sind es noch 35, nach Russland nur noch 10 Kilometer. Die Route der Hurtigruten endet hier. Die Stadt hat ca. 3.500 Einwohner
Europas längster Radweg, der Iron Curtain Trail, beginnt in Kirkenes. Er verläuft entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs bis zum Schwarzen Meer.
Die Straßenschilder sind in norwegischer, finnischer und russischer Sprache beschriftet. Die Grenze zwischen Norwegen und Russland Grense Jakobselv trennte während des Kalten Kriegs die NATO-Staaten von der Sowjetunion. Eine Sonderregelung des Schengener Abkommens erlaubte es norwegischen und russischen Staatsangehörigen, die innerhalb einer 30-Kilometer-Zone wohnten, die Grenze ohne Visum zu überqueren. Diese Regelung endete mit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022. Im Mai 2024 schloss Norwegen die Grenze für russische Touristen..
Bis zur Jahrtausendwende war der Abbau von Eisenerz die wichtigste Einnahmequelle in der Region. Das Bergbauunternehmen Sydvaranger wurde 1906 mit deutschem und norwegischem Kapital gegründet. Es war von 1910 bis 1997 und von 2009 bis 2015 in Betrieb. Aufgrund sinkender Rohstoffpreise wurde es geschlossen. Im Jahr 2024 übernahm das schwedische Mineralentwicklungsunternehmen Grangex AB das Werk, um Eisenerz und andere Mineralien für den grünen Wandel zu gewinnen und zu verwerten.




Kirkenes an der sogenannten Eismeerfront war im Zweiten Weltkrieg stark umkämpft. Murmansk war der einzige Hafen im europäischen Teil der Sowjetunion, der nicht unter nationalsozialistischer Kontrolle stand. Die Alliierten nutzten die Murmanbahn zwischen Murmansk und Moskau zum Transport von Kriegsmaterial und Versorgungsgütern. Ab Juni 1941 wurden etwa 30.000 deutsche Soldaten, Seestreitkräfte und Luftwaffengeschwader in Kirkenes stationiert, um diese Transporte zu verhindern.
Sowjetische Kampfflugzeuge griffen die Stadt massiv an. Kirkenes war die am meisten bombardierte Stadt in Nordnorwegen. Von Sommer 1941 bis Oktober 1944 tobte an der Leningrader Front ein Erschöpfungskrieg. Im Winter herrschten Temperaturen von minus 30 bis minus 40 Grad. Auf beiden Seiten fielen Tausende Soldaten. Im Oktober 1944 befreite die Rote Armee die Städte Petsamo und Kirkenes von der deutschen Besatzung. Vor ihrem Abzug verbrannten die Deutschen fast alle Gebäude.
Trolle – Fabelwesen aus der nordischen Mythologie

„Einst streiften diese eigenartigen und gefährlichen Kreaturen frei durch die geheimnisvollen norwegischen Berge und Wälder. Doch die Trolle wagten sich ausschließlich nachts im Dunkeln raus. Denn nur eines konnte einen echten Troll erschrecken: das Sonnenlicht.
Wenn sie sich nicht rechtzeitig verstecken, werden sie durch die ersten Sonnenstrahlen in Stein verwandelt. Und deshalb kann man immer noch ihre Gesichter und Körper sehen, die im ganzen Land in die Berghänge, Klippen und Steine gemeißelt sind.“
Quelle: visitnorway.de
Nach der nordischen Mythologie lebten die Trolle in Utgard, die Menschen in Midgard und die Götter, die Asen, in Asgard. riesenhafte Wesen mit Riesenkräften. Ihr Charakter wird oft als hinterlistig beschrieben. Sie waren häßlich, hatten lange Nasen und Augen „so groß wie Teller“, mehrere Köpfe oder nur ein Auge. Sie konnten Götter und Menschen, vor allem Christen, nicht ausstehen. Deshalb lebten sie zurückgezogen in Bergen, wo sich Menschen nicht hin trauten.
Wenn man sich gut mit ihnen stellte, konnten sie durchaus hilfreich sein: Sie sorgten dafür, dass die Kühe viel Milch gaben und das Vieh fett wurde. Oder sie waren hilfreiche Geister im Haushalt. Die Kathedrale von Trondheim, der Nidarosdom, wurde mit Hilfe von Trollen gebaut.
Ihre Erscheinung und ihre Eigenschaften waren sehr unterschiedlich. Meist waren sie nicht nur gefährlich, sondern auch dumm.
Trollmädchen sollen sehr hübsch gewesen sein, aber nur äußerlich. Allzu leicht verliebten sich junge Männer in sie, was ihnen nicht gut bekam. Sie erlitten meist ein unglückliches Schicksal.



Vielleicht haben sich inzwischen Trolle unter die Menschen gemischt und spielen ihre dummen und gefährlichen Streiche. Wer weiß das schon. Im Internet sind sie jedenfalls schon unterwegs und posten wirres Zeug, provozieren, ärgern andere und stiften Streit.




Nicht nur die Trolle treiben in Norwegen ihr Unwesen. Auch Hexen, Zauberer und sonstige Gestalten tummeln sich überall im Land.




Viele sind friedlicher Natur. Sie stehen vor Souvenirläden, verführen Touristen und lassen sich gerne mit ihnen fotografieren. Manche sind so klein, dass man sie in die Tasche stecken und mit nach Hause nehmen kann. So kommen sie in die ganze Welt.
Es war einmal ein Bauer, der hatte drei Söhne. Er war alt und gebrechlich, und sein Hof begann zu verfallen, da seine Söhne faul waren und nichts taten. Eines Tages schickte er die Jungen in den Wald, um Holz zu hacken. Widerwillig kamen sie seinem Wunsch nach.
Zuerst machte sich der älteste Sohn auf den Weg. Als er tief im Wald angekommen war, begann er, eine stachelige, alte Fichte zu fällen. Plötzlich stürmte ein großer, stämmiger Troll hinter den Bäumen hervor.
„Wenn du in meinem Wald Holz fällst, bringe ich dich um!“, rief der Troll. Der Junge warf die Axt weg und rannte so schnell er konnte nach Hause und erzählte er seinem Vater, was geschehen war. Doch der alte Mann erwiderte, die Trolle hätten ihn in seiner Jugend nie davon abgehalten, Holz zu hacken.
Am nächsten Tag machte sich der zweite Sohn auf den Weg. Kaum hatte er einen Baum gefunden und mit dem Hacken begonnen, schlich sich der Troll hinter ihn. „Wenn du in meinem Wald Holz fällst, werde ich dich töten!“, schrie er. Der Junge wagte kaum den Troll anzusehen. Wie sein Bruder, warf er seine Axt weg und rannte so schnell er konnte nach Hause. Sein Vater war wütend, denn ihn hatten die Trolle ihn niemals vom Holzhacken abgeschreckt.
Am dritten Tag verkündete der jüngste Sohn mit Namen Askeladden, dass er es versuchen wolle. „Du?“, riefen die beiden Ältesten. „Das wird dir sicher gut gelingen, du, der du noch nie vor die Haustür getreten bist!“ Askeladden antwortete nicht, sondern bat um etwas Essen zum Mitnehmen. Die Mutter gab ihm etwas Brot und Käse mit. Viel war es nicht. Der Junge steckt es in seinen Rucksack und machte sich auf den Weg.
Kaum hatte er einen Baum gefunden und angefangen zu hacken, schlich sich der Troll hinter ihn. „Wenn du in meinem Wald Holz fällst, werde ich dich töten!“, brüllte er wieder. Aber der Junge war kein Dummkopf. Er holte den Käse aus seinem Rucksack und drückte ihn so fest aus, dass die Molke spritzte. „Wenn du nicht still bist“, rief er dem Troll zu, „dann werde ich dich auspressen, wie ich das Wasser aus diesem weißen Stein auspresse!“
„Oh nein, verschone mich“, jammerte der Troll. „Ich helfe dir beim Holzhacken.“ So willigte Askeladden ein, sein Leben zu verschonen. Der Troll war ein ausgezeichneter Holzfäller. An diesem Tag wurden viele Bäume gefällt.
Am Abend sagte der Troll: „Du kannst du mit mir nach Hause kommen. Das ist viel näher als dein Zuhause.“ Also schloss sich der Junge dem Troll an und ritt auf seiner Schulter zurück zur Höhle der Trolle. Als sie ankamen, sagte der Troll, er könne das Feuer anzünden, wenn der Junge Wasser holen würde. Doch die beiden Eimer aus Eisen waren so groß und schwer, dass er sie nicht einmal bewegen konnte. Da sagte der Junge: „Es lohnt sich nicht, diese Fingerhüte mitzunehmen. Ich hole lieber den ganzen Brunnen.“
„Nein, lieber nicht“, sagte der Troll. Er hatte Angst, seinen Brunnen zu verlieren. „Mach du das Feuer. Ich hole ich das Wasser.“ Als er mit dem Wasser zurückkam, kochten sie einen großen Topf Brei. Da fragte sich der Junge, ob der Troll vielleicht Lust auf ein Wettessen hätte. „Oh ja!“, antwortete der Troll. „Diesen Wettbewerb gewinne ich leicht“, dachte er.
So setzten sie sich zum Essen hin. Askeladden band sich seinen Rucksack um den Bauch. Anstatt zu essen, füllte er den Brei in den Rucksack. Als dieser voll war, nahm er sein Messer und riss ein Loch hinein. Nach einer Weile, legte der Troll seinen Löffel beiseite. „Ich gebe auf, ich kann nichts mehr essen“, sagte er. Der Junge antwortete: „Ich bin noch nicht einmal halb satt. Mach es wie ich und schneide ein Loch in deinen Bauch, dann kannst du so viel essen, wie du willst.“
„Tut das nicht furchtbar weh?“, fragte der Troll. „Ach nein, das ist nichts Besonderes“, antwortete der Junge. Und so tat der Troll, wie der Junge gesagt hatte und beendete er damit sein Leben. Der Junge nahm alles Silber und Gold mit, das er in dem Berg finden konnte und brachte es seinem Vater nach Hause, der seinen Sohn schon verloren geglaubt hatte und schloss ihn glücklich in die Arme.
Etwas Geschichte
Politik
Norwegen ist mit rund 324.000 km² das achtgrößte Land Europas, ist aber mit ca. 5,6 Millionen Einwohnern dünn besiedelt. Zu Norwegen gehören die Inselgruppe Spitzbergen und die Insel Jan Mayen.
Das Land ist Mitglied der NATO, des Nordischen Rates, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA), der Vereinten Nationen, des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und des Schengener Abkommens. In zwei Referenden lehnte die Bevölkerung den Beitritt zur Europäischen Union (EU) ab.
Ab dem Jahr 1380 stand Norwegen in Personalunion mit Dänemark und trat 1397 der Kalmarer Union bei, die mit dem Ausscheiden Schwedens im Jahr 1523 endete. Nach den Napoleonischen Kriegen musste Dänemark Norwegen im Jahr 1814 an den König von Schweden abtreten. Für kurze Zeit war Norwegen unabhängig und gab sich am 17. Mai 1814 eine Verfassung. Nach einer Volksabstimmung am 13. August 1905 wurde die Personalunion mit Schweden aufgehoben und durch eine Monarchie ersetzt. Prinz Carl aus dem Haus Glücksburg wurde als Haakon VII. König.
Während des Ersten Weltkriegs erklärten Norwegen, Dänemark und Schweden ihre Neutralität. 1920 trat das Land dem Völkerbund bei.
Wikinger
Nach der letzten Kaltzeit im 8. Jahrtausend v. Chr. folgten Jäger und Sammler dem schmelzenden Eis nach Norden. Die Felszeichnungen von Alta dokumentieren Landwirtschaft und Fischfang.

Die Wikinger beherrschten das Land von etwa 8000 bis 1050 und besiedelten Island, die Färöer und Grönland. Sie erreichten unter der Führung von Leif Eriksson und anderen um 1000 n. Chr. Neufundland und die Nordostküste Amerikas. Als erster König regierte ab 900 Harald Hårfagre.
Ureinwohner
Das indigene Volk der Samen lebt in Finnland, Schweden, Norwegen und Russland. Ihre Sprache war im 19. Jahrhundert bis in die 1960er Jahre verboten. Seit dem 1989 sind die norwegischen Samen im Parlament vertreten. Mit dem 1998 ratifizierten Rahmenabkommen zum Schutz nationaler Minderheiten des Europarats erhielten Juden, Tatere, Roma und anderen Ethnien den Status der nationalen Minorität; die Samen nicht, da sie den Status als Urbevölkerung hatten.
Religion
Um 1020 erklärte König Olav II. Haraldsson das Christentum zur offiziellen Religion. In der Verfassung von 1814 wurde die evangelisch-lutherische Konfession zur Religion des Staates erklärt. Personen jüdischen Glaubens wurde die Niederlassung in Norwegen verboten. Mit der Aufhebung des Verbots erhielten alle Einwohner das Recht auf freie Religionsausübung.
Beziehung zu Russland
Vor der Februarrevolution im Jahr 1917 pflegten Norwegen und Russland intensive Handelsbeziehungen, die nach der Auflösung der Sowjetunion im Jahr 1991 verstärkt wurden. Im Jahr 2010 verständigten sich die Länder auf eine Grenze in der Barentssee. Ab Mitte der 2010er Jahre verschlechterten sich die Beziehungen. Der Nachrichtendienst stufte Russland im Jahr 2023 als größte Bedrohung für Norwegen ein.
Der Zweite Weltkrieg
Im Frühjahr 1940 besetzte die deutsche Wehrmacht Norwegen. Das Interesse der deutschen Kriegswirtschaft galt den norwegischen Rohstoffen. Geplant war, einen „Europäischen Großwirtschaftsraumes“ unter deutscher Vorherrschaft zu schaffen. Sechs Wochen leistete Norwegen Widerstand, konnte der deutschen Kriegsmarine aber nicht standhalten. Im Jahr 1940 lebten etwa 2170 Menschen jüdischen Glaubens in Norwegen. Etwa ein Drittel wurde während der deutschen Okkupation in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und ermordet. Kinder deutsch-norwegischer Eltern wurden diskriminiert und teilweise misshandelt.
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